Noch   Tage,   Stunden,   Minuten,   Sekunden bis zur Eröffnung der 17. Weltfestspiele der Jugend und StudentInnen

»Weltfestspiele im Land des Kampfes gegen Apartheid«

Jan SalmIm Dezember nach Südafrika: Jugendorganisationen bereiten sich auf die Reise zum nächsten Festival vor. Ein Gespräch mit Jan Salm, Mitglied der Sozialistischen Deutschen Arbeiterjugend (SDAJ) und im Komitee zur Vorbereitung der 17. Weltfestspiele

In Frankfurt am Main hat in der vergangenen Woche ein Vorbereitungstreffen für die 17. Weltfestspiele in Südafrika stattgefunden. Wer nahm daran teil?


In Deutschland stehen wir noch am Anfang der Vorbereitungen. In Frankfurt haben wir uns unter anderem mit Mitgliedern der IG-Metall-Jugend und der FDJ getroffen und einen Koordinationskreis gegründet. Für das nächste Treffen am 11. Juli in der Mainmetropole erwarten wir mehr Teilnehmer. Verschiedene Jugendorganisationen von Gewerkschaften, die DIDF- und die Naturfreundejugend diskutieren über die Teilnahme am Festival, das hauptsächlich in Soweto stattfinden wird.

Weiter fortgeschritten sind die internationalen Vorbereitungen. Im April haben wir uns mit etwa 100 Jugendlichen von 35 Organisationen aus 22 Ländern in Caracas in Venezuela getroffen. Die Begeisterung war groß, denn zum ersten Mal in ihrer bewegten Geschichte werden die Weltfestspiele im südlichen Afrika stattfinden, im Land des Kampfes gegen die Apartheid.

Was sind die inhaltlichen Schwerpunkte des 17. Festivals?

Das Motto lautet: »Für eine Welt des Friedens, der Solidarität und der sozialen Veränderungen – besiegen wir den Imperialismus«. Wir richten uns gegen die Kriegspolitik, gegen den Ausbau von Militärstrukturen wie NATO oder AFRICOM, dem US-Militärprojekt in Afrika. Natürlich werden die kapitalistische Krise und ihre Auswirkungen auf die Rechte der Jugend auf Bildung, Arbeit und Kultur eine große Rolle spielen.

Auf den Weltfestspielen vom 13. bis 21. Dezember wird es dazu große Foren und Konferenzen geben. In regionalen Clubs werden wir aber auch kleinere Diskussionsrunden und Treffen organisieren. Wir werden dort sicher die Rolle deutscher Konzerne in Südafrika beleuchten, deren Geschäftsbeziehungen noch in die Zeit der Apartheid zurückreichen. Ein europäisches Vorbereitungstreffen wird Ende Juli in Belgrad stattfinden.

Mit welchen Delegationen wollt ihr Gespräche führen – habt ihr schon Kontakt zur Kommunistischen Jugend Griechenlands, der KNE aufgenommen?

Mit der KNE steht die SDAJ – auch zwischen den Weltfestspielen – im engen Kontakt. Auf unserem Festival der Jugend, das vom 21. bis zum 24. Mai in Köln stattfindet, erwarten wir Gäste der KNE, um mit ihnen über die aktuelle Situation in Griechenland zu reden. Dieses Thema wird auch in Soweto eine Rolle spielen. Denn eines haben wir Jugendliche in aller Welt gemeinsam: Die Banken und Konzerne wollen ihre Krisenlasten auf uns abwälzen.

Wie viele Teilnehmer aus Deutschland werden voraussichtlich nach Südafrika reisen?

Das ist im Moment noch schwer zu sagen. Bei den Weltfestspielen 2005 in Venezuela waren wir über 200 Delegierte aus der BRD. Wir wollen eine möglichst breite Beteiligung haben, also Jugendliche aus verschiedenen Organisationen und mit verschiedenen Erfahrungen und Lebenssituationen mitnehmen. Wir sammeln Spenden, um denjenigen zu helfen, die sich die Reise nicht leisten können. Ein Teil des Geldes fließt in den internationalen Solidaritätsfonds, um Delegationen aus armen Ländern zum Beispiel aus Lateinamerika zu unterstützen.

Mehr Infos zu den 17. Weltfestspielen beim Festival der Jugend, 21. bis 23. Mai, Köln, Rheinwiesen: Sonntag, 23. Mai, 14 Uhr, »Auf nach Südafrika!«, Diskussion mit Yogendra Shahi (Nepal), Vizepräsident des Weltbundes der Demokratischen Jugend

Interview: Claudia Wangerin
Erschienen am 15. Mai 2010 in der Tageszeitung junge Welt